Dokkum und Bonifazius

Ein schrecklicher Mord

Dokkum wird häufig in einem Atemzug mit Bonifazius genannt. Der schreckliche Mord hat sich zweifellos auf die spätere Blüte der Stadt ausgewirkt. Was passierte nun eigentlich vor rund 1250 Jahren genau in Dokkum? Und wer ist Bonifazius nun gewesen?

754 war der Name Dokkum auf einmal in aller Munde. Durch den brutalen Mord an dem damals ungefähr 74 Jahre alten Bonifazius und seinen 52 Begleitern wurde Dokkum zu einem Wallfahrtsort für Tausende von Christen. Am Tatort im Zentrum der jetzigen Innenstadt wurde auf einmal eine drei Meter hohe Warft aufgeschüttet. Auf dieser Anhöhe wurde eine Art Gedächtniskirche gebaut, der später ein Kloster und eine Abteikirche folgten. So entstand der Kern von Dokkum, an dem sich jetzt der Markt mit der Großen Kirche befindet.

Wunderbare Geschehnisse

Eine der Legenden über Bonifazius berichtet darüber, dass das Pferd von Bonifazius bei der Verfolgung durch seine Bedränger mit seinen Beinen im sumpfigen Lehmboden stecken blieb. Dadurch konnten ihn die friesischen Heiden einholen, was so schreckliche Folgen haben sollte. Aber da geschah etwas Wunderbares. An der Stelle, an der die Pferdebeine zu Löchern in dem salzigen, sumpfigen Grasboden geführt hatten, entsprang auf einmal eine Süßwasserquelle. Und das geschah in einem Gebiet, das so salzig wie das Meer war.

Diese wunderbare Quelle zog viele Pilger an. Inzwischen ist das Gebiet um die Quelle bebaut und der Brunnen selbst ummauert worden, aber noch immer machen Geschichten über die wunderbare Quelle die Runde. In den neunziger Jahren wurde hier ein Mädchen vom Keuchhusten geheilt, nachdem sie von ihren Eltern in das Wasser des Brunnens gehalten wurde. Seitdem kommen noch immer Menschen nach Dokkum, die von der heilenden Wirkung des Brunnens überzeugt sind.

Das Bonifaziusdenkmal

Am Rande des Bonifaziusbrunnens wurde 1962 ein Denkmal zur Erinnerung an Bonifazius errichtet. Dieses Denkmal wurde am 5. Juni, dem Bonifaziustag, von Prinzessin Beatrix enthüllt. Das Werk von Gerrit Bolhuis zeigt den Prediger in seinen letzten Augenblicken, während er die Bibel über sein Haupt hält, als ob er den mörderischen Streich noch abwenden könnte. Auf dem Sockel steht der Text: HIC BONIFATIO LUMEN VITAE EXTORTUM DCCLIV HIC FRISIAE LUANGELII LUMEN EXORTUM. Das bedeutet auf Deutsch: Hier wurde Bonifazius das Lebenslicht entnommen, 754, hier wurde für Friesland das Licht des Evangeliums entzündet.

Die Bonifaziuskapelle

Einige Meter vom Brunnen entfernt befindet sich der Eingang zum Prozessionspark. In diesem besonderen Park steht die prächtige Bonfaziuskapelle. Die Mauern des Tores und die Wände der Kapelle sind aus alten Klostersteinen, den Backsteinen, die von den Ruinen der Klöster und Abteien in Friesland übrig geblieben sind, gemauert worden. Dadurch macht diese Kapelle solch einen mittelalterlichen Eindruck, obwohl das Gebäude erst 1934 vollendet wurde. Wegen des großen kulturhistorischen Werts sind sowohl die Kapelle als auch der Park 1997 unter nationalen Denkmalschutz gestellt worden. In jedem Jahr besuchen rund 20.000 Pilger den heiligen Brunnen und die Kapelle.

Das Leben des Bonifazius
Wynfreth, der erst sehr viel später Bonifazius genannt werden sollte, wurde um das Jahr 675 im englischen Crediton geboren. Die Zeit von seinem sechsten bis zu seinem dreißigsten Lebensjahr verbrachte er im Kloster. 716 machte er die Reise zum europäischen Festland, um hier das Christentum zu predigen.

Der Anfang von Wynfreths erster Mission war unglücklich gewählt. Radbod, der König der Friesen, hatte den Franken unter der Führung von Karl Martell gerade erste eine große Niederlage zugefügt. Diese Niederlage bedeutete auch für das Christentum eine herbe Niederlage. Die erste Bekanntschaft mit den Friesen warf dann auch wenig Früchte ab, sodass er unverrichteter Dinge ins Kloster Nursling zurückkehren musste.

Der Abt des Klosters war gerade verstorben und Wynfreth wurde zum neuen Abt gewählt. Aber schon ein Jahr später verließ er England zum zweiten Mal. Dieses Mal reiste er nicht direkt zu den Heiden, sondern legte seine Pläne zunächst in Rom vor. Papst Gregor II. zeigt Verständnis für den Wunsch von Wynfreth, die Heiden zu bekehren. Der Papst verlieh ihm einen neuen Namen: Bonifazius, den Namen eines römischen Märtyrers aus dem 4. Jahrhundert. Bonifazius erhielt bei seinem Abschied ein päpstliches Mandat. Dabei wurde ihm der Auftrag erteilt, die heidnischen Völker in Europa die Wahrheiten des Alten und Neuen Testaments zu lehren. Also machte sich Bonifazius mit dem Auftrag, an den er sich sein Leben lang halten würde, wieder auf den Weg in den Norden Europas.

Im Winter des Jahres 753 kam Bonifazius nach Utrecht. Als der Frühling ins Land zog, reiste er weiter nach Friesland. Unterwegs zerstörte er Eigentümer der Heiden, predigte, taufte und gründete Kirchen. Die neuen Gläubigen rief Bonifazius auf, das Sakrament des Heiligen Geistes am Samstag vor Ostern zu empfangen. Aber diese Christen haben den Missionar nie wieder predigen hören.

Am frühen Morgen des 5. Juni 754 zog eine Gruppe von Räubern in das Lager. Sie trugen sich mit der Hoffnung, Kostbarkeiten und Wein bei den Missionaren zu finden. Bonifazius befahl seinen Reisegefährten, den Räubern keinen Widerstand zu leisten. Daraufhin schlugen die Räuber zu. Bonifazius und seine 52 Begleiter wurden auf brutale Weise ermordet. Bonifazius versuchte noch, die Dolchstöße mit einer Bibel abzuwehren. Aber der Dolch durchbohrte das Buch und tötete den Missionar. So endete die Missionierung des Wynfreth genau dort, wo sie Jahre zuvor angefangen hatte.

Dokkum pflegt bis heute enge Kontakte zu dem englischen Crediton und dem deutschen Fulda. In Fulda wurde 744 im Auftrag von Bonifazius das Benediktinerkloster gegründet. Zur Erinnerung daran wurden hier die Gebeine des ermordeten Bischofs begraben. Außerdem werden hier mehrere Reliquien von ihm verwahrt. Auch in Dokkum werden ein paar Reliquien von Bonifazius in der römisch-katholischen St. Bonifaziuskirche verwahrt. Hier befindet sich das versteinerte Brot, das einst von Bonifazius abgelehnt worden ist. Außerdem verwahrt man hier einen Teil seines Schädels.

Ein Gang in die Vergangenheit
Die Bonifaziusstrecke ist ein kulturhistorischer Rundgang, der Sie an Orten, die mit Bonifazius verbunden sind, entlangführt. Auf dem Markt befindet sich eine Gruppe von Denkmälern, die der Ausgangspunkt dieses Rundgangs sind. Diese Denkmäler stellen die vier Bischöfe dar, die für das Christentum im Nordosten von Friesland wichtig gewesen sind.

Nach dem Anfangspunkt führt die Strecke Sie an zehn besonderen Kunstwerken entlang, die Ihnen über das Leben des Bonifazius erzählen.
 

  1. Keine Eiche mehr heilig
  2. Ein Buch als Schutzschild
  3. Fels in der Brandung
  4. Der gute Hirte
  5. Süßwasserquelle
  6. Großgrundbesitzer
  7. Der bellende Hund
  8. Wüste Stürme dürfen toben
  9. Die Bibel ist Gold wert
  10. Wasserland

    Wenden Sie sich für weitere Informationen bitte an das Fremdenverkehrsamt VVV.
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