Kulturgeschichte

Eine reiche Vergangenheit

Dokkum ist alt, sehr alt sogar. Nach Stavoren ist Dokkum nämlich die älteste der elf Städte, die Friesland – oder Fryslân wie man hier sagt - zählt. Dokkum besteht seit gut 1250 Jahren und über eine so alte Stadt lässt sich natürlich so manche Geschichte erzählen.

Wie viel Charme und Charakter Dokkum hat, wird jedem Besucher schnell deutlich. Beim Bummel durch die alte Innenstadt, die von den Wällen der Festungswerke umfasst wird, lässt sich leicht erkennen, dass die Innenstadt im Laufe der Jahrhunderte nahezu unverändert geblieben ist.

Im 19. Jahrhundert wurden in den Niederlanden viele alte und besondere Gebäude abgerissen. Zum Glück wurde Dokkum 1974 als eine der ersten Städte in den Niederlanden zum denkmalgeschützten Bereich erklärt. Innerhalb der Stadtwälle konnten viel der charakteristischen Eigenheiten erhalten bleiben. Eindrucksvolle Baudenkmäler, historische Gebäude und ihre Geschichte mit einer Vielzahl von Legenden vermitteln Ihnen ein deutliches Bild der Vergangenheit.

Die Hafenstadt Dokkum

In den Jahren zwischen 1000 und 1600 stand Dokkum im Zeichen der Entwicklung. Dokkum erhielt die Stadtrechte und entwickelte sich zu einem wichtigen Seehafen. Der Seehandel erlebte jetzt einen Aufschwung. Münzenfunde belegen, dass die Stadt seit Anfang des elften Jahrhunderts intensiv an der Seefahrt auf der Nord- und Ostsee beteiligt war. Nun brach in Dokkum durch den intensiven Handel und die Handwerkerbetriebe eine Periode großen Wohlstands an. Dokkum verdankt seine Entstehung unter anderem seiner strategischen Lage. Über das Dokkumer Diep hatte Dokkum bis ca. 1729 eine direkte Verbindung zum Wattenmeer. Ebbe und Flut zeigten einst ihre Wirkung bis ins Herzen der Stadt. 1598 gründete sogar die Friesisch-Groninger Admiralität (die seinerzeit für den Küstenschutz in Groningen und Fryslân zuständig war) ihr Meeresbüro in der Hafenstadt Dokkum. In Dokkum kam es damals jedoch häufig zu großen Problemen, weil die Verbindung zum Meer verschlickte. 1645 konnten die meisten großen Schiffe Dokkum nicht mehr gut erreichen. Darum wurde die Admiralität in den Hafen von Harlingen verlegt. Die offene Verbindung zur Lauwerszee war durch den Bau der Dokkumer Nieuwe Zijlen 1729 verschlossen. Dies stellte nicht nur das Ende der Seeschifffahrt in Dokkum, sondern auch das des dazugehörigen Wohlstands dar. Die alte Schleuse zur ehemaligen Lauwerszee bei Dokkumer Nieuwe Zijlen ist auch heute noch vollständig intakt, wird aber nicht mehr als Schleuse für Schiffe verwendet. Sie hat jetzt eine neue Funktion zur Entwässerung erhalten.

Befestigungsanlagen

Die auffälligste Grünanlage der Stadt Dokkum sind die Befestigungsanlagen, die die Innenstadt umgeben. Der alte Stadtkern von Dokkum mit seiner sechseckigen Form wird im wahrsten Sinne des Wortes von den Wällen der Befestigungsanlagen eingefasst.

Es gibt nur wenige Städte in den Niederlanden, in denen die mit Erdreich aufgeschütteten Verteidigungswälle so gut wie in Dokkum erhalten werden konnten. So um das Jahr 1582 wurden diese Befestigungsanlagen gebaut, um die Stadt und ihre Einwohner vor Feinden zu schützen. Zum Glück hat Dokkum diese Befestigungsanlagen niemals gebraucht.

In den siebziger Jahren ist die gesamte Anlage umfassend renoviert worden. Ein Spaziergang über die Befestigungsanlagen vermittelt Ihnen einen wunderbaren Eindruck der Stadt.

Auf dem Zuiderbolwerk befindet sich der alte Friedhof der Stadt. Hier ist der Dokkumer Dichter Camphuys begraben. Neben der Woudpoortbrug stehen eine mittelalterliche Kanone und die Leugenbank (die Lügenbank) von Dokkum. Auf dieser Lügenbank erzählen die Dokkumer einander richtiges Seemannsgarn. Der Text auf der Bank „mutte mar hoarre wie 't seit“, (Hör dir bloß an, wer das erzählt) sagt mehr als genug!

Am Ende des Zuiderbolwerk steht links die Mühle De Hoop aus dem Jahr 1848. Das Zuiderbolwerk geht in das Baantjebolwerk über. Hier steht die Mühle Zeldenrust aus dem Jahr 1862. Die beiden Körnmühlen aus dem 19. Jahrhundert sind auch heute noch in Betrieb. Die Mühlen sind für Besucher zur Besichtigung und zum Aufstieg geöffnet.

Das ständige Ringen mit dem Meer

Das Gebiet um Dokkum weist durch die vielen Warften, Kirchen und die denkmalgeschützten Ortschaften und Dörfer einen vielfältigen kulturhistorischen Charakter auf. In der alten Innenstadt von Dokkum lässt sich an den aufwärts führenden Straßen, die beim Mittelpunkt von Dokkum zusammentreffen, noch immer erkennen, dass Dokkum eine Warftenstadt ist. Nicht nur Dokkum ist auf einer Warft gebaut worden, sondern auch die meisten Dörfer in diesem Gebiet sind Warftendörfer. Die Warften sind einst entstanden, weil die Bewohner der friesischen Küste eine künstliche Erhöhung für ihr Haus und Vieh gebaut haben, um ihre Familie, ihr Haus und Vieh vor Hochwasser zu schützen. Die Warften waren damals einfach unverzichtbar, denn das Meer hatte an der Küstenlandschaft noch freies Spiel. Erst um das Jahr 1000 haben die Küstenbewohner mit dem Deichbau angefangen. Sie hofften, auf diese Weise den Kampf gegen das Meer ein für alle Mal zu beenden. Das Ringen mit dem Meer ist jedoch niemals vorbei; das Spiel des Meeres lässt sich nicht vorhersagen, sodass man nie weiß, was passieren wird. Deshalb werden auch weiterhin Deiche gebaut. 1969 wurde die Eindeichung abgeschlossen, indem die Verbindung der Lauwerszee zum Meer geschlossen wurde. Auf diese Weise entstand das Lauwersmeer, das sich jetzt zu einem beliebten Anziehungspunkt für Naturfreunde und Wassersportler entwickelt hat.

Baudenkmäler in Dokkum

Das Rathaus

Im Herzen von Dokkum, auf der ehemaligen Seeschleuse, steht das Rathaus. Der alte Teil der jetzigen Gemeindeverwaltung ist um 1610 als Rathaus in Gebrauch genommen worden. Darum lassen sich viel Stilrichtungen aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert am Gebäude erkennen. Das wunderschöne und historische Innere des Rathauses kann bei einem Besuch des alten Teils bewundert werden. Das Amtszimmer des Bürgermeisters und des Magistrats, das Grüne Zimmer und das Zimmer des Rats der Weisen lohnen auf jeden Fall den Besuch. Der kleine Glockenturm des Rathauses wurde 1717 gebaut, 1834 erneuert und 1995 wurde hier ein Glockenspiel integriert. An Wochentagen spielt dieses Glockenspiel alle halbe Stunde eine fröhliche Melodie. Am Freitagabend ab 19:00 Uhr spielt der Glockenspieler der Stadt auf diesem Glockenspiel.

Das Waisenhaus

An der Westseite des Marktes befindet sich das ehemalige Waisenhaus, das im neoklassizistischen Stil erbaut wurde. Das Gebäude ist 1614 gebaut worden. 1758 wurde ein wunderschöner Gedenkstein mit dem folgenden Text eingefügt: Deelt rycklyk uit en wagt een hemelsche beloning (Teilet reichlich aus, so erwartet euch eine Belohnung im Himmel). Ein Waisenmädchen und ein Waisenknabe, die in den Farben Rot und Blau/Schwarz gekleidet sind, flankieren das Wappen von Dokkum: den Halbmond und die drei Sterne. Das Gebäude diente bis nach dem 2. Weltkrieg als Waisenhaus. Jetzt wird es für gastronomische Zwecke genutzt.

Die Waage

Genau 1000 Jahre nach dem Mord an Bonifazius entstand im Jahre 1754 an der Grote Breedstraat das heutige Gebäude Die Waage. Die Waage wurde zum Zentrum des lebendigen Handels in Dokkum. Die Inschrift auf der Waage informiert über die beiden Funktionen des Gebäudes. Außer als Waage für Waren bot es dem Stadtwächter ein Obdach. Die Unterkunft der Offiziere befand sich im Obergeschoss. Durch das Verschwinden der zahllosen unterschiedlichen Märkte verlor auch dieses markante Gebäude seine Funktion. Heutzutage dient das Gebäude als kleines, gemütliches Restaurant im mittelalterlichen Stil. Der Granitkreisel vor der Waage symbolisiert die einstmals so lebendige Geschäftigkeit, die jetzt zum Erliegen gekommen ist. Der Kreisel hat nämlich sein Gleichgewicht verloren.

Das Blockhaus

Herzog Albrecht von Sachsen, der spätere Landesherr von Fryslân, ließ in der Nähe der Innenstädte Blockhäuser bauen. Hierbei handelte es sich um befestigte Häuser oder Festungen, mit der die Stadt einerseits unter Kontrolle gehalten und andererseits geschützt werden sollte. In Dokkum wurde 1516 am Fleischmarkt gegenüber dem Rathaus ein solches Blockhaus gebaut. An der Stelle des alten Blockhauses wurden 1622 drei Häuser mit reizvollen Treppengiebeln gebaut.

Die Goldene Hand

Auf dem Fleischmarkt steht eines der vielen monumentalen Wohnhäuser von Dokkum. Der schöne Halsgiebel trägt die Inschrift ANNO 1743. Auf dem Giebel ist eine vergoldete erhobene rechte Hand zu sehen. Auf Grund dieses Steins trägt das Gebäude den Namen Die goldene Hand. In diesem Gebäude befand sich im 18. Jahrhundert eine Bierbrauerei.

Das religiöse Erbe

Außer den Warften und Deichen haben auch die Kirchen im Gebiet von Dokkum einen großen kulturhistorischen Wert. Diese Kirchen stehen in vielen Dörfern auf einer Warft. Die Kirchen und Kirchtürme zählen zu den auffälligen Schätzen aus der Vergangenheit. Viele der herrlichen Kirchen werden bis heute auf eine bestimmte Weise genutzt.

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